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Poesie oder was ich dafür halte Schreiben

Etwas bricht auf

Etwas bricht auf
Etwas brennt
Etwas lodert und bricht auf – wohin?

Zum Licht bricht etwas auf
Bricht auf
Es rast und es rennt – wohin?

Etwas rast und rennt
Es rennt und rast
Macht keine Rast – zur Ewigkeit

Kein Verb gibt´s für die Ewigkeit
Die Suche hat ein Verb
Man geht ein in die Ewigkeit
Die Suche ist Verderb

Ich rühmkorfe, knausgarde, hesse
Verbrenne mir Seele und Fresse
Alles zu heiß, nirgends ein Beweis
Der langsame Gletscher schiebt [und schleift] sachte den Gneis

Er bricht auf
Er rast rastlos
Ist ewig und schmilzt doch
Ein Leben, das Steine vor sich herschiebt

Sisyphos und sein Stein
Jesus und sein Kreuz
Obelix und sein Stein
Die Dichtung und ich
Die Poesie? Lächerlich!

Etwas bricht auf
Etwas lodert und brennt, will hinaus, will nach Haus
In den ewigen Seelenraum, der schlummert, bewacht von
Hustenden, schwächelnden Löwen, aber immer noch Löwen

Etwas rennt
An der Ewigkeit vorbei
Wir genießen lieber
Tag für Tag
Ort um Ort
Wort für Wort

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Ach herrje,

ich musste gerade die Seite „über mich und diese Texte“ verändern.

Rausgestrichen habe ich die Stelle mit meiner wöchentlichen Kolumne für den SWA.

Gerade hatte ich begonnen, den Gedanken, Euch jedes Wochenende frei Haus auf Print zu unterhalten, lieb zu gewinnen. Und die wöchentliche Deadline hat mich wirklich einiges gelehrt.

Das Experiment, was das regelmäßige Schreiben für eine Kolumne mit dem Schreiber macht, welche Rückmeldungen er bekommt und was sich ggf. wiederum daraus entwickelt, ist für mich vorerst nach nur einem Vierteljahr beendet.

Nein, man hat mich nicht rausgeworfen, weil ich immer auf die SUVs geschimpft habe. Man hat mich überhaupt nicht rausgeworfen.

Man hat einfach den ganzen SWA für das Sauerland eingestampft. Das wurde mir und den anderen freien Mitarbeiter*innen heute Mittag von der Geschäftsführung mitgeteilt.

Das ist kein Aprilscherz; bis zu diesem wären es ja auch noch knapp zwei Stunden. Vorher einen zu machen bringt genauso viel Unglück, wie zu früh zum Geburtstag zu gratulieren.

Okay, viele von Euch hatten eh diesen doofen „Bitte hier kein SWA“ – Aufkleber am Briefschlitz, weil das Blatt anfangs und noch viel zu lange leider „Der Siegerländer“ geheißen hatte. Und weil halt nicht jede Generalversammlung Einzug fand, bei der ein Walter soundso nach 56 Jahren als 1.Vorsitzender des Turnvereins seinen Staffelstab an einen Dennis soundso weitergeleitet hat und desweiteren noch ein neuer Kassenwart namens Dirk soundso gewählt wurde.

Ihr könnt jetzt die Aufkleber entfernen. Wie gesagt: nicht, weil der SWA dank meiner Schreibe lesenswerter geworden wäre. Sondern weil es ihn nicht mehr gibt. Schade.

Meine kleine Heimat hier behalte ich natürlich weiterhin.

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Schade,

obwohl mir sehr die Düse ging, hätte ich doch gern beim Weltgeschichtentag was Schönes vorgelesen. Und wenn auch bloß der Veranstalter und die Kellnerin da gewesen wären. Ich war sogar halbwegs vorbereitet, eine gute Woche vorher. Vor allem aber hätte ich gern mal Barbara Peveling, Reinhard Albers und Christine Westermann kennen gelernt.
Das Plakat hänge ich mir jetzt im Büro auf und lüge später meine Kinder an, ich hätte an Uropas 71.Geburtstag meinen Durchbruch als Autor gehabt. Bis dahin sei alles bloß Üben gewesen. Schreibtisch. Pah. Tagebuch. Pah. Bühne ist der wahre Scheiß.
Nein Quatsch. Es sollte halt so sein.
Eine neue Lesung kann ja dann vielleicht im Herbst angesetzt werden.
Jetzt müssen wir uns alle mal wieder ein bisschen mit uns selbst beschäftigen. Also jetzt im Ernst. Nicht nur mit unseren Rollen und unseren Instagram-Profilen.
Die kommenden Wochen bieten die Chance, mal zu gucken, an welcher Stelle wir vielleich nachjustieren sollten. Die Kinder werden uns fordern und uns um die Ohren fliegen. Die Decken werden uns auf die Köpfe fallen. Es wird eine spannende Selbsterfahrung. Helikoptermütter dürfen endlich richtig loslegen.
Im untersten Schrankfach jubelt das alte Puzzle in Aussicht auf Tageslicht. Wir werden uns mal wieder selbst helfen müssen. Nicht die Kinder bei Oma und Opa parken oder in die Kita abschieben können.
Vielleicht machen wir ja sogar aus mal wieder was mit unseren Kindern, der „Generation Rücksitz. Oder wir machen aus purer Verzweiflung neue Kinder.
Einige Menschen werden seit Jahren vielleicht zum ersten Mal wieder die Familie sehen, mit der sie sich das Haus teilen und die selbe Rolle Klopapier. Das übrigens knapp werden wird.
Ein Experiment mit unbekanntem Ausgang beginnt.
Eins steht schon jetzt fest: Wir werden hinterher alle schlauer sein als vorher.
Das ist schon viel, findet Ihr nicht?