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Biologie

Enzephalito… – waaas?!?

Ob Knut durchkommt, ist schwer zu sagen. Heute Morgen saß er mit schiefem Köpfchen im Kaninchenstall und sah wirklich abartig aus. Als hätte der sich Schöpfer beim Anschrauben des Schädels auf halber Strecke kurzerhand einem anderen Tier zugewandt.
Als ich Knut aus dem Stall naghm, um ihn näher zu untersuchen, war er super schreckhaft und wabbelte so orientierungslos und hektisch in meinen Händen, dass ich ihn runter auf den Boden setzen musste. Dort drehte er sich krampfartig immer wieder um seine eigene Achse. Da war was ganz gewaltig faul. Die Tierärztin diagnostizierte Enzephalitozoon cuniculi. Das ist genauso fies wie es klingt, denn es handelt sich um einen obligat intrazellulär in Niere, Gehirn und anderen Organen lebenden parasitischen Einzeller, der den Mikrosporidien zugerechnet wird. Den holt sich quasi jedes zweite Kaninchen zu Beispiel bei Frischfütterung von der Wiese oder wenn es mit dem eigenen Urin in Oralkontakt kommt. Scheiße, was machen die zwei da nachts?
Obwohl die systematische, zoologische Stellung dieses eigenartigen Dingsbums noch nicht endgültig geklärt ist, macht es doch ziemlich viel Aufhebens um sich. Aber was erzähle ich Euch? Ihr habt ja auch nicht ohne Grund gerade Zeit für diese Zeilen.
Nun muss ich Knut Antobiotikum geben, dazu 1 x täglich Vitamin B 12 und noch so eine komische Tablette. Wenn er nicht gut isst, muss ich ihn mit einem Brei zwangsfütten; alles immer in eine Spritze und hinter die Schneidezähne knallen.
Ich weiß wie eingangs gesagt nicht, wie gut Knuts Chancen stehen; Ärzte heben bei dieser Frage immer bloß antrainiert skeptisch eine Augenbraue an und sprechen vom „Einzelfall“.
Um jetzt doch noch mit einer Pointe abzuschließen, möchte ich Euch kurz sagen, auf was für einem Zettel die Anwendungsanweisungen für all die Medikamente standen: Einem Werbezettel eines Unternehmens für Tierbestattungen.
Weiterhin eine schöne Woche!